... HISTORIE
I've got one message for the next decade... (Move Your Ass - März 1995)
Woran wird man sich wohl in fünfzig Jahren erinnern, wenn man an die Neunziger zurückdenkt? Was kann wohl neben all den Schumis, Titanics und Loveparades in den Geschichtsbüchern als wegweisend und cool bestehen ? Um eine Band wird man im Rahmen solcher Überlegungen wohl kaum herumkommen - Scooter. Mit 5 Platin- und 18 Goldauszeichnungen nicht nur eine der erfolgreichsten Chartbands Europas, sondern mit 6 Millionen verkauften Tonträgern im Segment Dance/Techno der alles überragende Topseller. Der größte Verdienst des Hamburger Trios liegt aber zweifellos in ihrem beispiellosen Durchhaltevermögen. Während zahllose kurzatmige Danceproduzenten ihrer Generation nach anfänglich kapitalen Megahits mit phantasielosen Nachfolgesingles und eiligst zusammengeschusterten Alben vorschnell ihr eigenes, frühes Grab schaufelten, gelang es H.P. Baxxter, Rick Jordan und Ferris Bueller mit vorbildlicher Beständigkeit, über Jahre hinweg immer wieder ihre Singles in den relevanten Verkaufs-Top-5 zu plazieren und mehr als eine Viertelmillion Fans bei der Stange zu halten. Daneben veröffentlichten die drei in Zusammenarbeit mit ihrem umtriebigen Manager und Co-Producer Jens Thele insgesamt vier Longplayer, bevor mit der stattlichen Singles-Collection Rough And Tough And Dangerous im Januar diesen Jahres das erste Kapitel der beeindruckenden Scooter-Historie einen gepflegten Abschluß erfuhr.
It´s the
first page of the second chapter ! (How Much Is The Fish?, Juni 1998)
Sommer 98 - (fast) alles neu bei Scooter: Ferris hat sich in
Freundschaft und auf Nimmerwiedersehen in Richtung Solo-Karriere verabschiedet
und wird ab sofort durch Axel Coon, den hochkompetenten und -motivierten, bisherigen
Studioassistenten der Band, ersetzt. Bereits bei den Aufnahmen zur ersten Vorab-Single
(How Much Is The Fish?) des Albums "No Time To Chill" hatte der 25jährige
Hamburger DJ seine Finger im Spiel.
Und überhaupt herrscht große Aufbruchstimmung in der Band. Es macht wieder richtig Spaß, grinst Rick. Auch H.P. hat sich vom allgemeinen Enthusiasmus anstecken lassen. Ein vollkommen neuer Abschnitt in der Scooter-History hat begonnen, stellt er euphorisch fest. Und der manifestiert sich nicht zuletzt bei der Produktion des neuen Longplayers: Eingefahrene Arbeitsabläufe werden flugs über den Haufen geworfen, gängige Studio-Routinen weichen einer gesunden Naivität (Rick). Ein kreativer Erneuerungsprozeß, der gerade bei einer Band wie Scooter (die in den vergangenen sechs Jahren unglaubliche sechszehn Singles und sieben Alben veröffentlichte) lebenswichtig ist - schließlich herrscht bei den Hamburgern nicht die heutzutage übliche Arbeitsteilung zwischen Produzenten und eigentlichem Act. Neben Komposition, Produktion, Abmischen und Mastern müssen sich H.P., Rick und Axel die Zeit für Foto-und Videoshooting, Interviews, Coverdesign und ihre europaweiten Kult-Konzerte nehmen. Und vor allem die qualitativ hochwertige Live-Umsetzung ihres unerbittlichen Vollgas-Sounds spielt in den Überlegungen der Band eine wesentliche Rolle: Nicht von ungefähr stehen jedes Jahr eine ganze Reihe massiver Open-Air-Gigs mit bis zu 50.000 Zuschauern (!) im Schedule.
Fuck the Millennium, 2000
Das Wort Millennium hörte man Ende 1999 fast unaufhörlich. Danach benannten Scooter auch ihren nächsten Knaller "Fuck the Millennium". Er sollte das Wort Millennium aus den Köpfen der Menschen herauslösen und Scooter in das neue Jahrtausend bringen. Sie haben es erfolgreich geschafft, brachten kurzerhand "Faster, Harder, Scooter" auf den Markt. Damit legte Scooter noch einen Zahn zu, bestätigte wiederum ihren Ruf als Nicht-nur-Soft-Techno-Band. Mit knallharten Beats und rhythmusbetonter Melodie meldeten sich Scooter Anfang Juli wieder zurück. "I´m your pusher" ließ jeden Scooter-Fan wieder aufhorchen, diesen Sound war man von Scooter aus alten Zeiten gewöhnt.